Wie sollten Frauen-Cover auf Zeitschriften wirklich aussehen?
Aktualisiert am: 06.07.2026
Zeitschriften-Cover für Frauen zeigen seit Jahrzehnten dasselbe Bild: schlanke Körper, perfekte Haut, Schönheitstipps ohne Ende. Die Grafik-Designerin Katherine Young hat diesen Schönheitswahn direkt konfrontiert – und ein Frauenmagazin-Cover kurzerhand neu gestaltet. Was sie dabei zeigt, regt zum Nachdenken an.
Das Problem mit klassischen Frauenmagazin-Covern
Ein Blick in den Zeitschriftenkiosk reicht: Hochglanz-Cover dominieren das Bild – meist mit schlanken Models, Diättipps und Ratschlägen zur Selbstoptimierung. Was dabei oft unbemerkt bleibt: Diese Bilder vermitteln Frauen ein Idealbild, das für die meisten unerreichbar ist. Frauen-Cover reduzieren das weibliche Geschlecht auf das Äußere – und das, obwohl es längst bekannt ist, dass die abgebildeten Fotos digital bearbeitet sind.
Besonders widersprüchlich: Auf der einen Seite fordern viele Frauenzeitschriften Body Positivity und Selbstakzeptanz. Auf der anderen Seite füllen dieselben Hefte ihre Seiten mit Diätplänen und Schönheitsroutinen. Das Ergebnis ist ein verzerrtes Selbstbild, das viele Frauen und Mädchen verunsichert – und das Schönheitsideale in den Medien weiter festigt.
Katherine Young: Ein Cover, das wirklich inspiriert
Die Grafik-Designerin Katherine Young hat diesen Widerspruch nicht einfach hingenommen. Nach eigenen Aussagen war sie von den üblichen Frauenmagazin-Covern geradezu angeekelt. Ihre Antwort darauf war kreativ und eindeutig: Sie gestaltete das Cover eines bekannten Frauenmagazins komplett neu.
Statt eines Supermodels platzierte Katherine Young das Foto von Olivia Hallisey auf dem Cover – einem Mädchen, das 2015 den Hauptpreis der Google Science Fair gewann. Damit setzte Young ein klares Zeichen: Echte Vorbilder für Frauen und Mädchen leisten Außerordentliches – nicht auf dem Laufsteg, sondern in der Wissenschaft, im Sport, in der Gesellschaft.
Auch die Überschriften tauschte sie konsequent aus. Statt „Welche Frisur steht mir?" oder „So nimmst du 5 Kilo ab" formulierte sie Themen, die Frauen wirklich etwas bringen: Selbstermächtigung, Karriere, gesellschaftliches Engagement. Das Ergebnis war verblüffend einfach – und gleichzeitig eine kraftvolle Medienkritik.
Warum dieses Redesign so viel Resonanz erzeugt
Das Projekt von Katherine Young ging viral – und das aus gutem Grund. Es macht deutlich, wie wenig es manchmal braucht, um eingefahrene Muster aufzubrechen. Ein einzelnes Bild, ein anderes Thema auf dem Cover – und plötzlich sieht eine Frauenzeitschrift aus wie ein Medium, das Frauen wirklich ernst nimmt.
Das Selbstbild von Frauen wird maßgeblich durch Medienbilder geprägt. Wenn diese Bilder ausschließlich Schönheitsideale transportieren, die unrealistisch und stark bearbeitet sind, entsteht ein gesellschaftlicher Druck, dem sich kaum jemand vollständig entziehen kann. Katherine Youngs Redesign zeigt: Es geht auch anders.
Digitale Medien als Chance für mehr Vielfalt
Die Kritik an klassischen Printmagazinen ist gut etabliert – doch das Potenzial digitaler Medien für einen anderen Umgang mit Frauenbildern wird noch selten diskutiert. Wer heute ein Magazin oder eine Publikation herausgeben möchte, muss nicht zwingend auf teure Druckproduktionen setzen, die am Ende nur Hochglanz-Stereotype reproduzieren. Mit Plattformen wie Yumpu lassen sich digitale Magazine kostenlos erstellen – ohne Druckkosten, ohne Porto, ohne aufwendige Verteilung.
Das eröffnet auch kleineren Initiativen, Vereinen oder engagierten Einzelpersonen die Möglichkeit, eigene Inhalte zu publizieren – Inhalte, die echte Vorbilder zeigen, gesellschaftliche Debatten anstoßen und Frauen als das präsentieren, was sie sind: vielfältig, kompetent und weit mehr als ihr Äußeres. Solche digitalen Magazine lassen sich direkt auf einer Website einbetten, in E-Mail-Newsletter integrieren und auf Social Media teilen – und erreichen so eine Reichweite, die klassische Printmagazine oft nicht erzielen.
Wer selbst aktiv werden möchte und eigene Inhalte zu Themen wie Medienkritik, Rollenbilder oder Selbstbild veröffentlichen will, kann das ganz unkompliziert ausprobieren: Jetzt kostenlos starten und ein eigenes digitales Magazin aufbauen.
Auch das Thema Zeitschriften erstellen für das iPad zeigt, wie zugänglich professionelles digitales Publishing heute ist – und wie wenig es braucht, um eigene Medieninhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Was Katherine Youngs Aktion uns lehrt
Das Redesign von Katherine Young ist mehr als eine Einzelaktion – es ist ein Impuls. Es zeigt, dass Medienkritik nicht nur in Diskussionen stattfinden muss, sondern auch gestalterisch wirken kann. Wer die Bilder verändert, die wir täglich sehen, verändert langfristig auch das, was wir als normal empfinden.
Frauenmagazine haben die Möglichkeit, echte Vorbilder zu zeigen, Diversität zu feiern und Inhalte zu liefern, die Frauen wirklich weiterbringen. Die Frage ist: Wollen sie das? Und wenn klassische Verlage es nicht tun – wer macht es dann?
FAQ: Frauen-Cover, Schönheitsideale und Medienkritik
Was hat Katherine Young mit dem Frauen-Cover gemacht?
Die Grafik-Designerin Katherine Young hat das Cover eines bekannten Frauenmagazins neu gestaltet: Sie ersetzte das Model durch Olivia Hallisey, die Gewinnerin der Google Science Fair 2015, und tauschte oberflächliche Schönheitstipps gegen inspirierende Themen aus.
Wer ist Olivia Hallisey?
Olivia Hallisey ist eine junge Wissenschaftlerin, die 2015 den Hauptpreis der Google Science Fair gewann. Katherine Young nutzte ihr Foto als Symbol für echte weibliche Vorbilder jenseits von Schönheitsidealen.
Warum sind klassische Frauenmagazin-Cover problematisch?
Sie vermitteln oft unrealistische Schönheitsideale durch stark bearbeitete Fotos und reduzieren Frauen auf ihr Äußeres. Das kann das Selbstbild von Frauen und Mädchen negativ beeinflussen und veraltete Rollenbilder zementieren.
Welchen Einfluss haben Medienbilder auf das Selbstbild von Frauen?
Medienbilder prägen, was als „normal" oder „erstrebenswert" gilt. Wenn Frauen dauerhaft mit unerreichbaren Schönheitsidealen konfrontiert werden, kann das Unsicherheit, geringes Selbstwertgefühl und sozialen Druck verstärken.
Was sind typische Inhalte in Frauenzeitschriften, die kritisiert werden?
Oft kritisiert werden Diättipps, Schönheitsroutinen und Beziehungsratgeber, die implizieren, Frauen seien nie gut genug. Gleichzeitig werben dieselben Magazine für Selbstakzeptanz – ein offensichtlicher Widerspruch.
Gibt es positive Beispiele für Frauenmagazin-Cover?
Ja – immer mehr Publikationen setzen auf Diversität und zeigen Frauen unterschiedlicher Herkunft, Größe und Profession. Katherine Youngs Redesign ist ein bekanntes kreatives Beispiel dafür, wie anders es aussehen könnte.
Kann ich selbst ein alternatives Frauenmagazin oder eine Publikation erstellen?
Absolut. Digitale Publishing-Plattformen ermöglichen es heute auch Einzelpersonen und Initiativen, eigene Magazine zu veröffentlichen – ohne Druckkosten und mit direkter Reichweite über das Web, Social Media oder E-Mail.
Was unterscheidet digitale Magazine von klassischen Printmagazinen?
Digitale Magazine sind günstiger zu produzieren, lassen sich leicht aktualisieren und können sofort weltweit geteilt werden. Zudem sind sie interaktiv – mit eingebetteten Videos, Links und multimedialen Elementen.
Wie kann ich Schönheitsideale in Medien kritisch hinterfragen?
Ein bewusster Medienkonsum hilft: Frage dich, wer hinter den Bildern steckt und welche Interessen sie verfolgen. Bearbeitete Fotos als solche zu erkennen und sich mit medienkritischen Inhalten auseinanderzusetzen, stärkt das eigene Urteilsvermögen.
Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung von Schönheitsidealen?
Soziale Medien verstärken Schönheitsideale oft noch, da Algorithmen visuell ansprechende, gefilterte Inhalte bevorzugen. Gleichzeitig entstehen dort auch Gegenbewegungen, die Diversität und Authentizität in den Vordergrund stellen.

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