Digitales Publizieren im 21. Jahrhundert

Es gibt kein anderes Medium, das eine solche Bedeutung zur Vermittlung von Ideen, Wissen und Kenntnissen in den letzten 2000 Jahren erlangt hat, wie das Buch. In seiner ursprünglichen Ausführung, das heißt in der Heftung oder Bindung mehrerer loser Blätter, erfährt es aber zunehmend Konkurrenz aus den neuen Medien. Elektronische Bücher in Form eines leicht transportablen E-Readers, der Dateien speichert, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Konsumenten.

Sie können nämlich im Gegensatz zu sperrigen Computern an beliebige Orte mitgenommen werden und überzeugen durch ein exzellentes Bild. Sie sind damit ihrem auf Papier gedruckten Pendant ebenbürtig, bieten sogar in den neusten Ausführungen zusätzliche Möglichkeiten im Bereich Multimedia. In Zahlen sieht das so aus, dass in der ersten Jahreshälfte von 2012 4,5 Millionen kostenpflichtige E-Books in Deutschland aus dem nichtwissenschaftlichen Bereich heruntergeladen wurden. Das entspricht einem Marktanteil in Höhe von zwei Prozent. Dieser wird sich nach aktuellen Schätzungen für das Jahr 2015 auf sechs Prozentpunkte erhöhen. Ganz anders sieht es schon im Bereich der wissenschaftlichen Literatur aus. Schon seit Jahren publizieren viele Verlage ihre fachwissenschaftlichen Zeitschriften und Bücher vorwiegend digital.

Der Grund für diesen eindeutigen Trend liegt zweifelsfrei darin, dass der Absatzmarkt für meist speziell ausgerichtete Abhandlungen sehr gering ist und nicht auf ein Interesse, wie bei Romanen, stößt. Um hier die Mannigfaltigkeit nicht zu gefährden und die Kosten vertretbar zu halten, ist Digitales Publizieren angesagt. Dabei verlangt eine elektronische Veröffentlichung keine besondere Fertigkeiten mehr. Ein Markt hat sich auch für diesen Bereich längst etabliert. Über die Website www.Yumpu.com können User mittels einer digitalen Plattform ihre Kataloge, Broschüren, Abhandlungen usw. publizieren und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Technische Angelegenheiten werden übernommen, sodass die Dateien unter anderem von Suchmaschinen gefunden werden können.

Über Plattformen Digitales Publizieren

Die ursprüngliche Kette des Buchvertriebs lag darin, dass ein Werk die Stationen Autor, Verlag, Zwischenbuchhandel, Buchhandel und Kunde durchlief. Diese ist auch heute immer noch anzutreffen und scheint gegenwärtig in Deutschland auch noch gut zu funktionieren. Was bedeutet es aber für die eingespielten Strukturen, wenn der E-Book-Markt immer weiter wächst und den konventionellen Formen der Veröffentlichung Marktsegmente abtrotzt? Da Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen und es sich kein Verlag auf lange Sicht leisten kann, an den Kundenbedürfnissen vorbei zu arbeiten, werden sich die Strukturen automatischen anpassen. Das heißt: Es wird weniger Mitspieler im klassischen Vertriebsweg geben und eine Verlagerung hin zum digitalen Markt hin stattfinden. Besonders die Zwischenhändler werden Einbußen hinnehmen müssen.

Aber auch die Verlage wird es treffen. Das ist heute schon in weiter entwickelten Märkten, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika ganz eindeutig wahrnehmbar: Hier wird jedes Jahr die zehnfach Menge an Büchern per self publishing veröffentlicht im Vergleich zu den Verlagspublikationen. Digitales publizieren erfreut sich deshalb so großer Beleibtheit, weil es jeder machen kann. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile eine Reihe von Plattformen für Selbstverleger, wie Bookrix oder Epubli. Aber wie sieht es mit der Qualität solcher Werke aus? Braucht es nicht doch einer Instanz in Form eines Verlags, der aussortiert, bewertet, anpreist? Auch hier gibt es schon Erfahrungen, da sich bereits E-Book-Unternehmen gegründet haben. Hierzu gehören Frohmann in Berlin, Edel Ebooks in Hamburg, E-Lectra in Wiesbaden und andere. Sie versuchen auf Qualität zu setzen, indem sie nur das bei sich vertreiben, was in ihr Programm passt. Damit sind dem self publishing Grenzen gesetzt.

Neue Anforderungen entstehen indes in der Covergestaltung, in dem Layout und der Typografie. Immerhin soll später das Produkt auf allen möglichen E-Books laufen und einen guten Eindruck beim Endverbraucher erwecken. Um Digitales publizieren zu können, kann es sich lohnen, Fachmänner für die digitale Umsetzung ins Unternehmen zu holen. Aber auch externe Anbieter bieten hierzu ihre Dienste an, wie das schon oben beannte Unternehmen Yumpu, das die technische Umsetzung komplett übernimmt.

Wohin führt Digitales Publizieren?

Wer Digitales publizieren als Lösung vorbringt, muss dieses konkretisieren. Dass jeder im Internet veröffentlichen kann, führt meist zu enormen Qualitätsproblemen. Denn es gibt auf den ersten Blick kaum Anhaltspunkte über die Eigenheit eines Produkts. Um den E-Book-Markt nicht in einem für Konsumenten unüberschaubaren Chaos versinken zu lassen, werden auch weiterhin Verlage Digitales Publizieren überwachen. Dieses ergibt sich schon aus der Nachfragssituation, da niemand die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen möchte. Damit dürfte auch in Zeiten des E-Books Verlagen eine wichtige Säule bei der Publikationen zukommen. Doch verschiebt sich deren Arbeit auf den digitalen Markt. Hierfür benötigen sie eigene oder externe Experten, wie Yumpu, die sie im Internet richtig aufstellen. Digitales Publizieren bedeutet allerdings für die Zwischenhändler erhebliche Einbußen. Sie spielen beim Internetkauf keine Rolle mehr. Ihnen bleibt der klassische Absatzmarkt; auch deshalb, weil nicht alle Leser auf das E-Book umsteigen werden.

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